Es kommt in jedem Leben der Punkt, an dem es sich von der Welt zu verabschieden hat. Das ist teils körperlich bedingt (die Radien werden kleiner), teils eine Frage der seelischen Gesundheit, falls sich das eine vom anderen so säuberlich trennen lässt. Aber der Anteil der Psyche an diesem Vorgang lässt sich nun einmal schwer leugnen. Er ist evident, wie Forschernaturen zu sagen pflegen. Ebenso evident ist der Anteil, den die Welt daran hat. Schließlich ist sie es, die weiter zieht, nur die Zugkraft, die sie auf den Einzelnen ausübt, lässt nach. Wohin sie zieht – nun, man lässt sie mit gemischten Gefühlen ziehen, und diese gemischten Gefühle sind wohl das letzte, das einen mit ihr verbindet. Wird sie es schaffen? Schließlich ist sie die Welt; wenn sie es nicht schafft, wer sonst? All die anderen Welten dort draußen im Universum? Dem Einzelnen, im Begriff, Abschied zu nehmen, sind sie gleichgültig, so wie jede Science Fiction am Ende die Aura des Gleichgültigen umfängt. Es sind ohnehin bloß Projektionen. Noch ist das exotische Raumschiff nicht erschienen, das uns eines Besseren belehrt. Und dieses vorsorglich konstruierte Wir, dieses Gefühl ohne Inhalt, Tagtraum einer besseren Welt, wird von einer Politikergeneration geplündert, deren gereifte Besorgnis dahin geht, sich mit Geld die Taschen füllen zu lassen, dessen beliebige Produktion sie gerade veranlasst haben. Er ist ein Kassenfüller, dieser Traum, der in den Vielen zuckt und spukt: Wer das nicht begreift, der ist, mit dem Klassiker gesprochen, nur ein trüber Gast, einer, der nicht recht mitbekommt, worum es geht. Worum soll’s schon gehen? Der Kinosaal liegt im Dunkeln, der Film läuft, wer jetzt aufsteht und »Mehr Licht!« ordert, weil er die Story begriffen hat, sollte sich vorsorglich … warm anziehen. Wogegen nie etwas spricht. Die härteren Zeiten fackeln nicht lange, sie stehen schon in den Türen und haben die Ausgänge vorsorglich verriegelt. Niemand soll ihnen entkommen. Niemand, außer den üblichen Renitenten, will ihnen entkommen. »Wer sagt, dass sie uns eingesperrt haben? Dies alles geschieht aus Einsicht. Wir haben ein Einsehen, eines, ein einziges, immerhin muss es für alle reichen, also: Hände weg!« Man verhandelt nicht mit abgeschnittenen Händen.

 

Notizen für den schweigenden Leser

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