Wahlgesichter@rs

Wie man hört, ist es in den Ländern des Westens unfein geworden, von Wahlbetrug zu reden, praktisch, heißt es, komme er nicht mehr vor, etwa so wie die durch Cov-ID überflüssig, ja geradezu gegenstandslos gewordene Grippe.

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Die Ansichten darüber, welches Virus den Wahlbetrug unnötig werden ließ, gehen gegenwärtig noch auseinander. Nur eines kommt nicht in Frage: das Wahrheitsvirus. Dabei liegt hier der Hase im Pfeffer. Wer die Wahrheit an sich reißt, der reißt sie aus ihrem angestammten Gelände: dem horizontalen Weltreich der Fakten.

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Der stille Verkehr auf den Ameisenstraßen gibt zu denken. Liegt hier die Zukunft der westlichen Metropolen? Wenn aber nicht: Wo liegt sie dann? Im Dunkeln? Vom Lockdown zum Blackout: Diese Geschichte wird jetzt oft erzählt; sie wird dadurch nicht erträglicher.

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Die Fähigkeit der Deutschen, ein halbes Jahr vor dem Zusammenbruch vom Endsieg zu träumen, ist ungebrochen. Je weiter sie die Freiheit von sich werfen, desto aufgehobener erscheint sie ihnen.

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Niemals war es so leicht, sich zu informieren, selten der Widerstand dagegen so ausgeprägt. Die Masse der Menschen will nicht wissen, sie will sich an etwas halten. Nichts leichter, möchte man meinen, als sich ans Wissen zu halten. Aber darum geht es doch: Im Zeitalter der totalen Information ist Wissen leicht geworden, zu leicht, um den Wissenden Gewicht zu verleihen. So geistern sie herum, ein Gespött den Verführern, die zu keinem klaren Gedanken fähig sind und daher umso mitreißender.

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Der Anklagefinger der Welt wird nach Berlin zeigen, genauer: auf die Charité.

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Solange es Leute gibt, die ihr Geld mit Abschiedsreden an den Reichtum verdienen, ist diese Welt in Ordnung, jedenfalls für den, der von ihr lebt. Man kann in, auf und von der Welt leben, das ergibt unterschiedliche Perspektiven.

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Wer den Ruin der Welt für unausweichlich hält, es sei denn, sie hält sich an seine Vorgaben, wird irgendwann zwischen den Ruinen der eigenen Existenz aufwachen. Das ist keine Warnung, sondern eine Feststellung.

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Schillernd, zum Letzten:
Steigt die Fallzahl, so steigt rasch auch die Zahl der Bankrotte.
Steigt die Party, so steigt, ach! schon die Party nicht mehr.

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Zombie: der vergiftete und von Gnaden der Oberen wiedererstandene Mensch. Was sagt ›uns‹ das? Offensichtlich handelt es sich um die Voodoo-Variante der zweiten Geburt, des irdischen Eintritts in den Stand der Gnade, dieses uralte christliche Wunschbild. Die ganze Existenz, empfangen aus einer Hand: die moderne Kommunikationstechnologie macht’s möglich, der postfaktische Staat zieht es durch und die Global Players spielen ihr Spiel, wie sie es immer taten, überrascht darüber, wie automatenhaft leicht neuerdings alles geht.

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Die manipulierbare Masse ist die Masse der Manipulierbaren.

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Endstation Schlangenbad.

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