1929 schrieb Walter Benjamin, der zur Pythia des Gedankenbetriebs in den Siebziger Jahren aufstieg, den wenig belastbaren Satz: »Links hatte noch alles sich zu enträtseln«. Er wurde, vermutlich des Rätselcharakters wegen, vom Buchtitel rasch zum geflügelten Motto. Links, hieß das, standen die Deutungswege noch offen, anders als auf der politischen Rechten, die, zu Recht oder Unrecht, niemals zögerte, die jahrtausendealten Herkunftslinien des Christentums und des griechisch-römischen Denkens auf sich zu beziehen und somit zu wissen.

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Man kann den Beginn des Albtraums auf die ›absolute‹ Grenzöffnung vom 4. September 2015 datieren – und damit auf den Ausbruch eines jener halb verordneten, halb spontanen Räusche, mit denen Deutschland von Zeit zu Zeit seine näheren und ferneren Nachbarn verblüfft –, oder, wahlweise, auf die Kölner Silvesternacht vom Ende desselben Jahres, das ebenso abrupte Ende jener damals ausgerufenen kurzlebigen ›Willkommenskultur‹ –: ich bevorzuge, warum auch immer, als Tag der Wahrheit den 19. Dezember 2016...

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Die DDR ist in der Bundesrepublik Deutschland aufgegangen – die staatsrechtliche Formel suggeriert, neben dem Verschwinden, das Bild der aufgegangenen Saat: kein ganz beruhigendes Bild, wenn man, wie der Westteil des Landes in seiner überwältigenden Mehrheit, der Ostteil in seiner weit überwiegenden Mehrheit, von der Überlegenheit des westlichen Staats- und Gesellschaftskonzepts durchdrungen ist...

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