Vor bald hun­dert Jahren pos­tulierte der Sozi­ologe Karl Mannheim: Die Zahl der Ideen ist endlich und im Grund­satz sind alle bekannt. Ihr angemessener Gebrauch besteht fol­glich darin, sich mit ihrer Hilfe möglichst vorteil­haft in der Öffentlichkeit zu posi­tion­ieren und sie so für die eigene Klien­tel nutzbar zu machen.

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Think glob­ally, act locally – dur­chaus möglich, dass keine andere Parole das Denken so vieler Men­schen in so kurzer Zeit verän­dert hat wie diese. Mit ihr kann sich sehen lassen, wer will. Das fasziniert die Men­schen und erzeugt jene Überzeu­gungs– und Hand­lungs­dichte, die kul­turelle Steuerung ausze­ich­net. Was hierzu­lande als ›grün‹ gilt, ver­traut vornehm­lich auf die Durch­set­zungskraft dieses Deu­tungss­chemas. Dabei ist die Parole weit von aller Ein­deutigkeit entfernt.

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Medi­en­the­o­retik­ern sollte die Bemerkung, die dem amerikanis­chen Präsi­den­ten über das Ein­wan­derungs­land Schwe­den entschlüpfte, ein gefun­denes Fressen sein – nicht, weil der dahin­ter­ste­hende Sachver­halt ihnen zu denken gäbe, son­dern weil sie so plas­tisch den Satz illus­tri­ert, den man in dieser Sparte so gern als the­o­retis­chen Urk­nall zele­bri­ert: Das Medium ist die Botschaft. Leicht for­mal­isiert und wenig wahlka­umpf­tauglich auf­bere­itet, sagte der Präsi­dent: ›Es gibt, als Folge unkon­trol­lierter Massenein­wan­derung, mehr Krim­i­nal­ität auf Europas Straßen, mehr Verge­wal­ti­gun­gen, Dieb­stahl und Aufruhr, eine Häu­fung ter­ror­is­tis­cher Ereignisse und die gestrige Sendung über Schwe­den, die uns die Augen über das Muster­land der nördlichen Hemis­phäre öffnete, über das wir uns bisher nur hehre Vorstel­lun­gen machen durften.‹

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