Uhuru Peak

Ein Bericht

Life’s a moun­tain, not a beach

Zarathus­tras höhere Men­schen findet man als Sinnsucher auf dem Jakobs­weg, aber so zu reden bein­hal­tet einen Zynis­mus. In Wahrheit findet man sie über­all. Trotz­dem behauptet der Touris­mus einen strate­gis­chen Vorteil, weil er intellek­tuelle Energie durch physis­che Fort­be­we­gung ver­brennt. ›Der Weg ist der Weg‹ – diese grandiose Erken­nt­nis leuchtet unter allen religiösen Formeln am ehesten ein, weil sie jedem Teil­nahme am Erfolg und also Erfolg ver­spricht. Nur wenige Gläu­bige oder Glaubens­bedürftige achten auf den kör­per­lichen Ver­schleiß. Solange der Rich­tungspfeil aufwärts weist, heben sich die Schadens­mo­mente auf magis­che Weise auf.
Durchschnitts-​Touristen, auf sen­ti­men­tale Weise unberührt von den sozialen und wirtschaftlichen Belan­gen der von ihnen heimge­suchten Län­der, suchen nach trans­portablen Ein­drücken und ihnen wird gegeben. Als trans­portabler erweist sich Prob­lem­be­wusst­sein, das bequem vom heimis­chen Schreibtisch aus operieren kön­nte, aber den Ein­druck schätzt, den ein ordentlicher Pass-​Stempel hin­ter­lässt. Noch trans­portabler, neben den Bildern, sind Inter­pre­ta­tio­nen, wie sie zurück­bleiben, wenn einer der dün­nen Luft der eisi­gen Höhen entstolpert und der Kopf­schmerz ver­schwun­den ist. Ein paar Seiten, dem Denken entwun­den, das nie ganz weggeht und in dün­ner Luft selt­same Kur­ven zeich­net, machen hier den Unter­schied. Dünnhäutiger bekommt man Dif­ferenz nir­gends serviert und immer ist ›es‹ Sinn.
Robert Hertz war nie auf dem Kilimandscharo.

Ulrich Schödl­bauer: Uhuru Peak. Ein Bericht, Manu­tius Ver­lag Hei­del­berg 2001, gebun­den, 176 Seiten. ISBN 3925678972
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