Während das Ver­fas­sungs­gericht der Deutschen
in ver­schlosse­nen Dachkam­mern tagte,
beschäftigt mit tausend Gedanken
und den Sor­gen Tausender,
ein­facher und weniger ein­facher Bürger,
drängten die Aus­geschlosse­nen,
deren Rat teuer, aber nicht erwün­scht war,
vor die Türen der Tagen­den
und riefen im Chor: Ihr seid nicht allein,
wir wis­sen, was vorgeht in euren Köpfen,
wir wis­sen auch, was euch frommt: Demut
vor uns, der Stimme der all­ge­meinen Ver­nunft,
Respekt vor dem Han­deln eurer Regierung,
die weiß, welche Last auf eure Schul­tern gelegt wurde
durch die Unver­nunft draußen im Lande,
die dem mis­straut, was ihr doch frommt.
Daher seid wach­sam und lasst euch nicht ein­wick­eln
von soviel Klage, auf dass ihr nicht selbst einst beklagt,
was ihr mutig beschlosst im luftleeren Raum.

Also riefen die Rufer über die tiefe Kluft
zwis­chen Entschei­dern und Nicht-​Entscheidern,
denn sie wussten: den Hasen greift man am Löf­fel,
damit er die Lage begreift.


7.9.2012

erschienen in: Globkult

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