Yagier, dies vorausgeschickt, trifft man immer und überall bei der Arbeit. Auf dem Papier, pardon … auf dem Bildschirm ist der Yagir nichts anderes als das endlich angebrochene Reich der Freiheit. Der Grund dafür liegt auf der Hand. Alle Denkreflexe der heutigen Menschheit haben ihren Ursprung im Industriezeitalter. Es ist ihr ein und alles, ihr ›Friss oder stirb!‹, der stählerne Sarg, in dessen Innereien gepfercht sie das Universum durchfurcht. Im Industriezeitalter jedoch … untersteht alles Erdachte der Devise: Sklaverei oder Freiheit! Entweder es herrscht die Maschine oder es herrscht der Mensch. Tertium non datur. Das Reich der Freiheit ist unter dem Höllenlärm der Maschinen ersonnen worden. Jetzt, da Techniker den Maschinen das Säuseln beigebracht haben, ist es da und verlangt seinen Tribut. Das alte Menschheitsecho aus ora et labora, von Arbeit und Muße – im Yagir ist es verstummt. Es mag auf den ersten Blick überraschen: In der Standardausführung kennt der Yagier nichts als Arbeit. Anders ausgedrückt: Was immer der Tageslauf mit sich bringt, es gerät ihm zur Arbeit. Wer da behaupten will, das sei widernatürlich, der wird umgehend eines Besseren belehrt. Aber natürlich hält auch der zäheste Yagiast diesen Lebensstil nicht unbegrenzt durch. Die einen brennen aus, die anderen brennen durch. Das klingt, als sei der Mensch zur Maschine mutiert, aber das ist Unsinn. Es ist das Menschenrecht eines jeden Yagiers zu brennen – wofür, das bleibt einzig ihm überlassen, denn gerade darin besteht seine Freiheit. Im Übrigen gibt es Auffangstationen. Aus Karrieregründen bleiben die meisten Ausgebrannten jedoch im Job und tragen so auffällig unauffällig das Ihre zur verwirrenden Vielfalt des Yagir bei. Es schwebt ein Geheimnis um sie, das ich eines Tages lüften werde. Doch noch ist es nicht so weit. Yagier der gehobenen Ausführung betonen gern die Bedeutung der Work-Life-Balance für ihr Leben – nutzloses Wortgeklingel, dazu bestimmt, einen aufwendigen Lebensstil zu kaschieren, bei dem die Freizeit exzessivere Arbeitszüge anzunehmen tendiert als die Arbeit selbst. Na und? Der Entwurf dieser Elaboristas hat mich vermutlich über Gebühr beschäftigt, wofür ich an dieser Stelle Abbitte leiste. Sie sind die Zeit nicht wert, die man in sie hineinsteckt. Doch niemand springt über seinen sozialen Schatten, es sei denn, man kitzelt ihn etwas zu sehr. Dann springt er überallhin.

 

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