Der Erfinder der Guil­lo­tine, zwis­chen zwei tran­skon­ti­nen­talen Flü­gen von Jour­nal­is­ten befragt, ob er sich vorstellen könne, daß er der Men­schheit ein Instru­ment in die Hand gegeben habe, sich selbst auszurot­ten, rührte bedäch­tig in seinem Glas Tee, bevor er antwortete: »Ich bin nur ein kleiner Diener des Absoluten. Nach mir wer­den Größere kom­men, Mächtigere, denen ich kaum ans Knie reichen dürfte. Sie wer­den die Appa­rate schaf­fen, welche der wahrhaft majestätis­chen Idee der Selb­staus­löschung der Men­schheit ange­messen sind – während­dessen andere, gle­icher­maßen Boten des Absoluten, diese Idee in Herzen und Hirne der Men­schen senken wer­den, damit sie Ge­stalt annehme und Macht über die Gemüter erlange – bis eines Tages beide, das über­hand­nehmende Ver­lan­gen und die gereifte Potenz, in einem schma­len, aber hefti­gen Rausch die dünne Tren­nwand einer überkomme­nen Scheu nieder­legen und das Werk vol­len­den wer­den. – Meine Her­ren«, fügte er mit ei­nem fast koket­ten Seit­en­blick hinzu, »wir wer­den dann nicht mehr sein. Doch Sie haben recht; der Anfang ist gemacht. Ich und meines­gle­ichen sind die Erfinder der Mensch­heit, sie entkommt uns nicht.«

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