nach Jorge Luis Borges

Kein Zeus könnt’ lösen dieses Netz aus Stein,
das mich umfängt. Ich selbst ver­gaß
die Men­schen, die ich war. Ich folge drein
verfluchtem Weg, an Mauern ohne Maß.
Mein Schick­sal­sweg. Gale­rien, ziel­los ger­ade,
sich windend in geheimen Kreisen bis
ans Ende aller Jahre. Es ver­schliss
der Tage Wucher längst die Balustrade.
Ich habe Angst. Im ble­ichen Staub beschwor
mich eine Spur. Auch ließ die Stille
an manchen Tagen trost­loses Gebrülle
(oder sein Echo) an mein waches Ohr.
Ich weiß den Anderen im Schat­ten, sein Bestreben,
der Ein­samkeiten Gegen­wart zu min­dern,
die diesen Hades weben und entweben,
mein Blut zu saugen, meinen Tod zu hin­dern.
Wir suchen uns, wir beide. Wäre dies
der Tag, an dem das Warten mich entließ.

Im Labyrinth des Gedächt­nisses schwinden die Erin­nerun­gen an Gelebtes, her­vor­tritt die Stere­ome­trie des Gedachten, die Topogra­phie des Imag­inären. Sie abzuschre­iten ist tägliche Pflicht, jeder Tag las­tende Gegen­wart. In der Ver­steinerung erfindet sich das Denken eine let­zte Sen­sa­tion, den Anderen. Der Andere haust im Schlagschat­ten des Bewusst­seins; er nährt sich von Ver­dacht. So stim­uliert er das Denken zu einer Anstren­gung, die, hätte sie Erfolg, es sich selbst über­schre­iten ließe. Die pet­ri­fizierte Form dieser verge­blichen Mühe heißt Warten. Erst wenn das Bewusst­sein
schwindet, nimmt der Andere überhand.

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