nach Jorge Luis Borges

Unterm schimärischen Helm das herbe
Profil blickt grausam, so wie das grausame, schmale
Schw­ert, das wacht. Durchs fahle, kahle
Gehölz trabt der Rit­ter, furcht­los und derbe.
Gemein und heim­lich hat ihn das
obszöne Volk umringt: der Satan mit servilen
Blicken, den labyrinthis­chen Rep­tilen,
der blasse Alte mit dem Stun­den­glas.
– Eis­erner Rit­ter, wer dich so erblickt,
der weiß, dass weder Lüge dich berückt
noch heim­liches Entset­zen. Dein Gebot
heißt Kränkung und Befehl. Und so bestehst
du graden Mutes, während du vergehst,
Deutscher, den Teufel und den Tod.

Die Verse des Sonetts sind die Git­ter­stäbe, hin­ter denen die wilde Erschei­n­ung zu besichti­gen ist, der Mann aus Eisen. Leicht zu enträt­seln ist die alle­gorische Zutat: in ihr erkennt man die Andeu­tung exo­tis­cher Flora und Fauna. Der Mami aus der Fremde, auf ihn kommt alles an. Er ist der Märchen­rit­ter, der seiner drit­ten Prü­fung ent­ge­gen­zieht. Er besitzt den Zauber­bal­sam, er wird das Fräulein erret­ten und beglückt und in Freuden ster­ben. Was hat ihn hier­her gebannt, dass er so reg­los steht und seinen ger­aden Stolz in der fin­steren Miene zur Schau trägt? Er weiß die Antwort, und keiner fragt ihn; er steht auf ver­lorenem Posten, man zahlt Ein­tritts­geld, um ihn zu sehen.

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