nach Jorge Luis Borges

Schwäch­licher König, schräger Läufer, macht–
entflammte Dame, rechter Turm, gewitzter Bauer:
sie suchen und ent­fes­seln aus der Lauer
des schwarz– und weißen Weges ihre Schlacht.

Sie wis­sen nicht, dass die gewohnte Hand
(die Hand des Spiel­ers) ihr Geschick erzwang.
Sie wis­sen nicht, dass ihren freien Gang
ein Wille vorschreibt, hart wie Dia­mant.

Doch auch der Spieler ist gefan­gen. Er
(nach der Sen­tenz von Omar) ist Gefan­gener
auf einem andern Brett aus Nacht und Tag.

Gott rückt den Spieler, dieser die Figur.
Welcher Gott hin­ter Gott stellt den Par­cours
aus Staub und Zeit und Traum und Todesqual?

Der Wille ist blind, der Glaube an die Frei­heit des Wil­lens das intellek­tuelle Ingre­di­ens dieser Blind­heit. Der blinde Stein, gespielt von der Hand dessen, der sich in Frei­heit wähnt, rückt ohne den Spieler im Rücken des Spiel­ers nicht von der Stelle. Der Spieler rückt den Stein, er rückt selbst von der Stelle – der Zug ent­geht ihm. In jeder Tat ver­rät sich eine Intel­li­genz, die die des Täters über­steigt, eine pla­nende Intel­li­genz, die entwirft, was sonst nur geschähe. Der Gott im Rücken des Spiel­ers erzeugt den Gott im Rücken des Gottes und dieser den näch­sten: in der Vorstel­lung dessen, der sich des Han­delns entschlägt, um dem Gott ins Gesicht zu sehen. Er sieht seine Dürftigkeit, ins Unendliche potenziert.

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